Februar 2013

... und zwar ab sofort im Eingangsbereich unseres Vereinsheims – viel Spaß beim Anschauen.

Der Festakt war der Startschuss für unsere Wanderausstellung

„VfB Neckarrems 1913 e.V. – 100 Jahre gemeinsam mehr erleben",

die uns durch das Jubiläumsjahr begleiten wird. Mit ausgesuchten Bildern und Texten erinnern wir an Zeit- und Vereinsgeschichtliches aus 100 Jahren Sport in und für Neckarrems.

100Jahre Jubilaeumswand

Die Vereinsleitung

Zum Auftakt einer Reihe über das Jahr verteilter Veranstaltungen fand der offizielle Festakt zu unserem 100-jährigen Jubiläum am Freitag, den 01. Februar 2013 in der Gemeindehalle Neckarrems statt.

Am diesem Abend begrüßte der 2. Vorsitzende Thomas Eberle die geladenen Gäste, Ehrenmitglieder, Abteilungsleiter/innen, Übungsleiter/innen und Betreuer/innen des VfB Neckarrems 1913 e.V. sowie die Vertreter der örtlichen und befreundeten Vereine, Vertreter der örtlichen Parteien und Kirchen sowie die Sponsoren.

In den vielseitigen und breitgefächerten Grußworten von

• Karl-Heinz Schlumberger, Oberbürgermeister der Stadt Remseck am Neckar

• Michaela Netzer–Voit, Vize-Präsidentin des Schwäbischen Turnerbundes

• Gunter Bretschneider, Präsident des Turngau Neckar Enz

• Jürgen Hanke, Geschäftsführer des Württ. Landessportbundes

• Hansjörg Arnold, wfv-Bezirksvorsitzender Bezirk Enz-Murr

• Dr. Frank Mentrup, Staatssekretär im Kultusministerium

• Walter Schmack, Vertreter Remsecker Sportvereine

• Jürgen Geiger, Vertreter Neckarremser Vereine

erfuhren die Anwesenden viel über unsere Vereinsgeschichte und das Vereinsleben in der heutigen Gesellschaft insgesamt.

Leider konnte unser Festredner – Ulrich Kienzle - aus gesundheitlichen Gründen an unserem Festakt nicht teilnehmen. Wir hatten uns im Vorfeld sehr darüber gefreut, dass er uns zugesagt hatte, in seine alte Heimat nach Neckarrems zu kommen und mit uns seine Erinnerungen an seine Zeit beim VfB Neckarrems 1913 e.V. zu teilen.

Wir schicken ihm von hier aus die besten Genesungswünsche.

Bei einem Geburtstag durften natürlich auch die Geschenke nicht fehlen:

Unsere Vereinsfahne ist jetzt geschmückt mit zwei neuen Fahnenbändern. Fußbälle für die Fußball-AH und Fußball-Jugend können jetzt beim Training eingesetzt werden. Und wir kommen dem Wunsch einer Head-Set-Anlage für die Übungsstunden näher.

Vielen Dank für die vielen Glückwünsche und die tollen Geschenke.

Zum 100jährigen Jubiläum erhielten wir an diesem Abend auch die Sportplakette des Bundespräsidenten überreicht von Staatssekretär Dr. Frank Mentrup.

100Jahre Urkunde

Den Abschluss des offiziellen Teils machte ein Gedicht zum Thema „Unser Verein schreibt Geschichte" – geschrieben und vorgetragen von Claudia Deike.

Für die musikalische Umrahmung unseres Festaktes konnten wir die Barberlights Remseck gewinnen. Die vorgetragenen Lieder passten hervorragend in den festlichen Rahmen. Vielen Dank, dass wir Euch hören durften.

100Jahre Feier

Für das perfekte Catering beim anschließenden gemütlichen Beisammensein zeigte sich unsere Frauenabteilung verantwortlich. Vielen Dank auch an Euch – einfach klasse, dass es Euch gibt.

An dieser Stelle eine großes Dankeschön an alle Helfer und Helferinnen, ohne die es nicht möglich gewesen wäre, diesen Festakt durchzuführen.

Der Festakt ist gleichzeitig auch der Startschuss für unsere Wanderausstellung

„VfB Neckarrems 1913 e.V. – 100 Jahre gemeinsam mehr erleben",

die uns durch das Jubiläumsjahr begleiten wird. Mit ausgesuchten Bildern und Texten erinnern wir an Zeit- und Vereinsgeschichtliches aus 100 Jahren Sport in und für Neckarrems.

100Jahre Jubilaeumswand

Diese Ausstellungswand wird über das Jahr hinweg an verschiedenen Orten in Remseck zu bestaunen sein – wir werden Sie im Amtsblatt als auch unter www.vfb-neckarrems.de darüber informieren.

Wir freuen uns auf ein tolles Jubiläumsjahr mit Ihnen/Euch.

Die Vereinsleitung

Spiel- und Sportbetrieb beim VfB Neckarrems

Trotz ständiger Aufgaben, auch außerhalb der sportlichen Bereiche, ist es der Vereinsleitung gelungen, ein umfangreiches und nachhaltiges Angebot zu entwickeln.

Insbesondere die Jugendabteilungen, weiblich und männlich, konnten ihre Angebote ausweiten und erfreuten sich immer mehr Zugang. Einen wesentlichen Beitrag hierzu tragen bis heute die Jugendleitung und ihre Trainer bzw. Übungsleiter. Hier wird überragende Arbeit geleistet. Besonders erfreulich ist, dass sich die Abteilungen untereinander immer weiter „verzahnt" haben und ein tolles Arbeitsklima vorherrscht.

Der Jugendfußball beim VfB wurde über Jahre hinweg mit dem Anerkennungspreis für vorbildliche Jugendarbeit, erst vom Württembergischen Fußballverband (WFV) und dann vom Deutschen Fußballbund (DFB), ausgezeichnet. Der Aufstieg in die Kreisliga A, nach vielen Jahren der Zugehörigkeit in der Kreisliga B, war ein erster Erfolg. Der bis dahin größte sportliche Erfolg der Fußballer, mit dem Aufstieg in die Bezirksliga 1991/1992, war ein weiterer Beweis der ausgezeichneten Entwicklung. Zum damaligen Aufstieg wurde das lang ersehnte zweite Rasenspielfeld fertiggestellt, so dass auch die Sportanlage für die nächsten sportlichen Erfolge vorbereitet war. Nach einigen Jahren „auf" und „ab" kehrte Mitte 2000 Kontinuität bei den Fußballern ein. Die sportliche Entwicklung führte letztendlich dazu, dass in der Saison 2009/2010 der sensationelle Aufstieg in die Oberliga Baden Württemberg gefeiert werden konnte.

Die infrastrukturelle Situation wurde durch den Neubau des Gesundheits- und Bewegungszentrums (GuB) ebenfalls wesentlich verbessert. Nach Spatenstich am 01.04.2007, konnte das Gebäude im Juni 2008 festlich eingeweiht werden. Bereits zu Beginn des Jahres 2008 wurde der Arbeitskreis Sport (AK Sport) gebildet. Im AK Sport werden neue Kurse entwickelt, vorbereitet und nach Abstimmung mit dem Vorstand in das Programm aufgenommen. Durch die akribische Arbeit im AK Sport können wir heute ein breites Angebot an Indoor-und Outdoorsport anbieten.

Ein wesentlicher Bestandteil unseres Vereinslebens und Außendarstellung ist die Auferlegung unseres vereinseigenen Leitbildes, nach dem wir unsere Arbeit verrichten:

Unser Auftrag – oder: wer sind wir?

Unser Angebot – was tun wir?

Unser Anspruch- oder was wollen wir erreichen?

Durch unsere sportliche und kulturelle Arbeit auch in Kooperation mit anderen Remsecker Vereinen und Institutionen sind wir ein fester Bestandteil der Lebenskultur und Gesellschaft in Remseck und Umgebung. Wir stellen uns als ein gemeinnütziger, solidarischer, unabhängiger und ehrenamtlich geführter Verein vor. Dafür orientieren wir uns an den Zielen und Maßnahmen des Sportentwicklungsplans der Stadt Remseck am Neckar, der von uns mitentwickelt wurde.

Aktuell können wir auf eine starke Gemeinschaft von rund 700 Mitgliedern blicken. Darunter sind 200 Kinder und Jugendliche, die wir in den Abteilungen betreuen. Das Erfreuliche daran ist, dass wir Jahr für Jahr einen stetigen Mitgliederzuwachs feststellen können. Diese Entwicklung gibt uns Bestätigung dafür, dass wir uns mit unserem Abteilungsangebot und den entwickelten Kursen auf dem richtigen Weg befinden. Grund auszuruhen sehen wir darin nicht, vielmehr noch mehr Motivation und Freude am bereits Erreichten.

Das nunmehr 100-jährige Bestehen des VfB Neckarrems 1913 e.V. möchten wir gemeinsam mit unseren Mitgliedern, Freunden, Gönnern und allen Interessierten feiern. Wir werden daher das ganze Jahr 2013 nutzen und laden Sie zum Besuch der einzelnen Veranstaltungen herzlich ein. Unser Organisationsteam plant dafür über das Jahr verteilt verschiedene Veranstaltungen. Beginnend mit dem offiziellen Jubiläumsfestakt am 01.02.2013 in der Gemeindehalle in Neckarrems werden weitere Veranstaltungen folgen:

• Maibaumaufstellung am Dienstag, den 30. April 2013

• Jugendfußballturnier am 4. Mai 2013 (F-Jugend), 5. Mai 2013 (Bambini) und 9. Mai 2013 (E-Jugend)

• Gaukinderturnfest am Samstag/Sonntag, den 29. und 30. Juni 2013

• Straßenfest am Samstag/Sonntag, den 13. und 14. Juli 2013 verbunden mit Stadtlauf am Samstag

• Eine Kulturveranstaltung im Herbst

• Winterfeier am Samstag, den 14. Dezember 2013

Für die jahrelange Vereinstreue und Unterstützung bedanken wir uns sehr. Ohne die fleißigen Hände und vielen nützlichen Anregungen ist ein Vereinsleben nicht möglich. Lassen Sie uns das kommende Jubiläumsjahr gebührend feiern. Schön, wenn wir uns bei den erwähnten Veranstaltungen begegnen.

Ihr Vorstand vom VfB Neckarrems 1913 e.V.

Sportplatzanlage „Hummelberg" mit Vereinsheimbau und Wohnung

Schon ab dem Jahr 1954 musste sich der Verein mit der Notwendigkeit auseinandersetzen, wieder einen neuen Standort für die Anlage eines Sportplatzes zu finden, nachdem die Gemeinde erklärte, das dortige Gelände für die Industrieansiedlung einzubeziehen. Die sich anschließende Suche nach einem ebenbürtigen Gelände, im Benehmen mit der Gemeinde, war voller Schwierigkeiten. Nach langwierigen Überlegungen wurde der Bereich „Hummelberg" für gut befunden. Mit den notwendigen Planungsarbeiten wurde dann im Jahr 1955 begonnen. Nachdem die Planung für die Anlage vorlag und die Gemeinde die Bereitstellung bzw. die Veräußerung der notwendigen Flächen in Aussicht stellte, wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Während der Bauzeit war parallel der gesamt Spiel- und Übungsbetrieb beim alten Platz durchzuführen. Dank dem enormen Einsatz der Vereinsmitglieder konnte dann am 21. Oktober 1961 das Richtfest stattfinden. Der Richtspruch wurde vom Vereinsmitglied Georg Machalz gesprochen und zuvor vom Ehrenmitglied Friedrich Eberle verfasst:

Hoch über den Tälern des Neckar und der Rems,

ist dieses Haus auf dem Fels erstellt.

Frei unter dem weiten Himmelszelt,

Sportlerheimat soll es sein.

Ob Gewitter ziehn, ob der Sturmwind tobt,

fest steht es gegründet! Gott sei´s gelobt.

Nach einer Bauzeit von ca. zwei Jahren, konnte in den Tagen vom 28. Juni bis 01. Juli 1963 die Platzeinweihung und des Vereinsheims samt Wohnung gefeiert werden. Der VfB hatte eine neue Heimat gefunden. Verbunden mit den Einweihungsfeierlichkeiten wurde das 50jährige Vereinsjubiläum gefeiert.

Die Veranstaltung wurde für alle Beteiligten zu einem vollen Erfolg. Der frühere Finanzminister Dr. Karl Frank führte aus: „ Mit dieser Sportanlage ist für Neckarrems ein Juwel geschaffen worden..." Bürgermeister Faigle beglückwünschte den Verein zum gelungenen Werk herzlich. Der 1. Vorsitzende Albert Ehmann sprach für den Verein seinen herzlichen Dank für die umfangreiche und großzügige Unterstützung zur Verwirklichung dieses Vorhabens aus.

Mit dem Neubau des Vereinsheims, der Neuanlage des Sportplatzes und der Nutzungsmöglichkeit der Gemeindehalle für die sportlichen Aktivitäten, konnte das Vereinsgeschehen weiter ausgebaut werden.

Anlegung des ersten vereinseigenen Sportplatzes beim Hartwald

Bestärkt durch die Erfolge der zurückliegenden Jahre war man bestrebt, das Vereinsleben fortzuentwickeln und die sportlichen Aktivitäten zu intensivieren. Wunsch war die Schaffung einer ausreichenden „Sportanlage". Für die Anlegung dieser Sportanlage wurde daher 1924 aus dem Nachlaß der verstorbenen Fanny Gräfin zu Inn- und Knyphausen, Schloß Remseck, ein ca. 2 ha großes Grundstück im Bereich am Hartwald erworben. Diese Fläche befindet sich heute im Besitz der Skizunft Bad Cannstatt.

Als Übergangslösung bis zur Fertigstellung der Anlage am Hartwald stellte sich die Gemeinde 1925 einen ca. 90 Ar großen Platz in der Ruithe zur Verfügung. Dort wurde vorwiegend Faustball, jedoch kein Fußball gespielt.

Der erste vereinseigene Sportplatz sollte jedoch nach dem Willen aller Vereinsmitglieder Wirklichkeit werden. Um dieses Ziel zu erreichen, waren große Erdbewegungen erforderlich. In langer, mühevoller Arbeit, mit den damals üblichen einfachen Arbeitsgeräten, und oft auch in den Nachtstunden, haben Vereinsmitglieder, Zöglinge und Gönner diese vom Idealismus geprägte Gemeinschaftsleistung erbracht. Für die anfallenden Planierungskosten übernahm die Gemeinde bei der Oberamtssparkasse Waiblingen eine Bürgschaft in Höhe von 1000 RM, mit der Maßangabe, den Sportplatz auch der örtlichen Schule zu Verfügung zu stellen. Der Platz wurde dann schon vor dem Endausbau vom Verein genutzt. Mit der Herstellung des Platzes wurden die Voraussetzungen für die Durchführung von Fußballspielen geschaffen.

Trotz des erheblichen Einsatzes der Vereinsmitglieder waren beim Ausbau des Sportgeländes immer wieder finanzielle Schwierigkeiten auszuräumen. Soweit es der jeweilige Zustand der Platzanlage zuließ, wurden mehrfach für diese Zeit bedeutende Veranstaltungen, auch zur Aufbesserung der „Kasse", durchgeführt. So konnte am 8. Mai 1927 eine Maifeier als „Werbefest" ausgerichtet werden. U.a. traten zwei vereinseigene Faustballmannschaften gegen Hochberg und Neustadt an. Im gleichen Jahr wurde eine „Herbstfeier" im großen Rahmen veranstaltet, zu der 14 Vereine eingeladen wurden. Rückblickend kann festgestellt werden, dass die Veranstaltungen für den Verein unter gegebenen Rahmenbedingungen „Großveranstaltungen" waren. Ein Protokolleintrag hierzu besagt: „In einem Rückblick kam zum Ausdruck, dass Sport und Turnen gut gepflegt wurden".

Nach vielen Mühen und Anstrengungen kam der erlösende Tag. Am 29. Juni 1930 wurde der Platz offiziell eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Auf dem Festprogramm standen: Fußballspiele, leichtathletische Wettkämpfe, Handballspiele. Die Musik von Öffingen umrahmte diesen für den Verein bedeutenden Tag.

Gründung der Fußballabteilung

Nach den vorliegenden Unterlagen kann das Jahr 1928 als Gründungsjahr der Fußballabteilung angesehen werden, denn in einem Protokolleintrag bittet der Spielführer mit Datum vom 12. April 1928 um Entsendung eines Schiedsrichters zum nächsten Kurs. Der Spielbetrieb wurde jetzt auf breiter Basis durchgeführt. Obwohl ein erstes Pflichtspiel gegen Oßweil mit 0:13 verloren ging, schaffte unsere Mannschaft noch den 4. Platz in dieser Spielrunde. Auch in der Folgezeit musste unsere Mannschaft neben Siegen auch bittere Niederlagen hinnehmen.

Vereinsprobleme

Die finanziellen Schwierigkeiten für den Verein, die den weiteren Ausbau des Platzes beim Hartwald sehr nachteilig beeinflussten rissen nicht ab. Von der Darlehenskasse Neckarrems und der Oberamtssparkasse Waiblingen wurden Kredite von je 1.000 RM gewährt, damit den finanziellen Verpflichtungen wenigstens teilweise nachgekommen werden konnte. Ansonsten war der Verein ganz auf sich gestellt. Zuwendungen von der öffentlichen Hand oder Beiträge von Sportverbänden gab es zu jener Zeit nicht. Es war deshalb notwendig, dass Vereinsmitglieder durch die Gewährung von kleineren Darlehen dem Verein zur Seite standen.

Der feste Wille der Vereinsmitglieder zur weiteren Aufbauarbeit des Vereins wurde durch die weltweite Wirtschaftskrise in den Jahren 1929 bis 1933 mehr und mehr gelähmt. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde der Verein aufgelöst, weil er dem Arbeiter-, Turn- und Sportverband angehörte. Das gesamte Vermögen wurde beschlagnahmt. Das Vereinsleben ruhte vollständig. Der Übungsraum in der Kelter wurde geschlossen.

Änderung des Vereinsnamens

Am 18. März 1933 fand eine Monatsversammlung der Vereinsmitglieder statt. In einer weiteren Monatsversammlung am 5. April 1933 sollte nach Auffassung der anwesenden Mitglieder der Übertritt des Vereins in den Süddeutschen Fußballverband beantragt werden. Diesem Antrag wurde mehrheitlich stattgegeben.

Am 17. April 1933 brachte eine außerordentliche Hauptversammlung im Vereinslokal „Löwen" durch Neuwahlen personelle Veränderungen in der Vorstandschaft. Gleichzeitig wurde auch der Vereinsname in Verein für Bewegungsspiele ( VfB ) geändert.

Veräußerung des Sportplatzes am Hartwald

Die sich ständig verschlechternde Situation hatte zur Folge, dass sich die Vereinsleitung Gedanken über den Verkauf des Geländes machte. Diese Absicht wurde durch das Angebot eines örtlichen Gewerbetreibenden bestärkt. Herr Eugen Mezger, ein selbständiger Bäckermeister, bot für das Gelände den Betrag in Höhe von 2.000 RM und räumte dem Verein ein auf fünf Jahre begrenztes Nutzungsrecht ein. Für die Nutzung der Anlage hatte der Verein keine weiteren Kosten zu tragen.

Neuanlage eines Sportplatzes im Bereich der Remsmündung

Bedingt durch den Ausbau des Neckarkanals in den Jahren 1936 bis 1940 konnte der Gemeinde das Gelände im Bereich der Mündung der Rems in den Neckar – früher Holzgarten – ( heute befindet sich dort die Hauptverwaltung der Gemeinde Remseck a.N. ) zugewiesen werden. Die Gemeinde sah eine Möglichkeit, dem Verein dort in Ortsnähe einen Sportplatz anzulegen, ehe die fünfjährige Nutzungsfrist des Platzes am Hartwald abgelaufen war. Diese neue Lage wurde den Mitgliedern in den Versammlungen am 21. Januar, 6. April und am 2. Juni 1939 bekannt gegeben. Nach Abschluß der Herstellungsarbeiten und der offiziellen Platzübergabe wurde dort der Spiel- und Sportbetrieb aufgenommen. Die günstige Lage des Platzes brachte bei allen Veranstaltungen eine Steigerung der Zuschauerzahlen. Kaum hatte der Verein von dieser neuen Anlage Besitz ergriffen, standen Gewitterwolken am politischen Himmel, die im August 1939 den 2. Weltkrieg auslösten. Die Vereinsarbeit sowie der gesamte Sport- und Spielbetrieb kamen nach und nach zum Erliegen. Nach dieser leiderfüllten Zeit trauerte der Verein um 22 junge Mitglieder, die nicht mehr zurückkehrten. Das Vereinsleben war erloschen. Die Vereine wurden aufgelöst und das Vermögen beschlagnahmt.

Neubeginn nach dem 2. Weltkrieg

Eine geraume Zeit war nach dem 2. Weltkrieg vergangen, als einige mutige Männer einen mühevollen Neubeginn wagten. Anfang 1946 wurde eine Neugründung des Vereins mit 28 Mitgliedern genehmigt. Für die vorläufige Leitung des Vereins stellten sich zur Verfügung:

Hermann Volz als Vorstand

Gottlob Mannsperger als Kassier

Eugen Reiss als Schriftführer

Eugen Koch als Jugendleiter

Bereits am 23. März 1946, nach langwierigen Verhandlungen mit den zuständigen Stellen der Militärregierung, fand eine „ordentliche Gründungsversammlung" statt.

Die sportliche Betätigung wurde sofort wieder aufgenommen. Neben dem Fußballspiel war auch das Turnen in der Kelter möglich. Im selben Jahr wurde noch eine Damenabteilung gegründet. Diese übten die Sportarten Handball und Gymnastik aus.

Insgesamt kann das Jahr 1946 für den Verein als bedeutend bezeichnet werden. Den Vereinsmitgliedern war es relativ schnell gelungen, den Verein zu aktivieren. Das Protokoll vom 1. Februar 1947 sagt rückblickend dazu aus:

„ Wir pflegten bislang den Fußballsport und haben es 1946 fertiggebracht, gegen starke und stärkste Vereine den Pokal des Landrats Dr. Jäger zu erringen."

In den Folgejahren konnten die sportlichen Aktivitäten weiter ausgebaut werden. Daneben war man bemüht, auch für die Geselligkeit zu sorgen. So wurden im Dezember des Jahres 1946 zwei Weihnachtsfeiern im „Löwen" durchgeführt. Trotz allem spielte die seinerzeitige Lebensmittelknappheit eine große Rolle bei der Planung und Vereinsveranstaltungen. Bei der Planung eines Familienabends wurde im Protokoll vom 14. Februar 1948 festgehalten: „Das Mitbringen von Getränken ist erwünscht, ebenso etwas Gebäck." Die Finanzen des Vereins waren, gemessen an der allgemeinen wirtschaftlichen Lage, als zufriedenstellend zu bezeichnen. Der Kassier konnte in der Jahreshauptversammlung des Jahres 1952 ein Barvermögen in Höhe von 1.528,48 DM bekannt geben. Im Protokolleintrag ist hierzu folgendes erwähnt: „ Welchem Mitglied schlägt bei diesem Bericht das Herz nicht höher!"

40 jähriges Jubiläum vom 13. bis 15. Juni 1953

Das 40jährige Vereinsjubiläum sowie das 25jährige Bestehen der Fußballabteilung wurden in der Zeit vom 13. bis 15. Juni 1953 gefeiert. Die Festtage mit einem abwechslungsreichen Programm waren ein voller Erfolg. So fand ein großer Bunter Abend, gestaltet vom Musikverein Aldingen und dem hiesigen Sängerbund, statt. Sportliche Vorführungen einer Mädchengruppe, ein Fußballturnier und ein Ortslauf rundeten das Programm ab. Das Kinderfest am Montag mit Festzug und sportlichen Spielen war ein eindruckvoller Abschluß dieses Jubiläums. Dieses Vereinsjubiläum hat die Mitglieder zu neuen Aktivitäten beflügelt. Ein Jahr nach dem Jubiläum konnte unter Hans Eberle eine Leichtathletikabteilung gegründet werden. Im gleichen Jahr errangen erstmals das Bundessportabzeichen: Albert Ehmann in Gold, Hans Eberle, Siegfried Eberle und Konrad Klostermayer in Bronze.

Vereinsgründung im Jahr 1913

Im Frühjahr des Jahres 1913 hat eine kleine Gruppe von turnbegeisterten jungen Leuten vom aufgelösten Turnverein Hegnach folgende Sportgeräte käuflich erworben:

1 stationäres Reck,

2 Matten,

1 Hantel,

1 Stoßkugel und

mehrere paar Holzkeulen.

Mit dem Erwerb dieser einfachen Sportgeräte wurden mit die Voraussetzung zur Gründung des Turnvereins Neckarrems geschaffen.

Bei der sich anschießenden Gründungsversammlung im Gasthaus „Löwen" wurde Gottlieb Mayer, Zimmermann, zum 1. Vorsitzenden gewählt. Weiter wurden Wilhelm Godel als Turnwart, Paul Ulmer als Schriftführer und Albert Mannsperger als Zöglingswart gewählt. Weitere Gründungsmitglieder waren Ernst Blumhardt, Wilhelm Fischer, Albert Godel, Karl Godel, Friedrich Holzwarth, Ernst Obergfäll, Friedrich Obergfäll, Gottlieb Obergfäll, Albert Sautter, Karl Sautter, Hermann Schäfer, Friedrich Volz und Hermann Volz.

Als Zöglinge gehörten dem Verein an (14-18jährige): Friedrich Bayh, Karl Dautel, Emil Häcker und Gottlieb Schäfer.

Der Sportbetrieb wurde sofort begeistert aufgenommen. Schon ein paar Wochen später trat der junge Verein unter dem Namen „Turnverein Neckarrems" erstmals an die Öffentlichkeit.

Das Turnen wurde damals im Freien durchgeführt zwischen dem Gasthaus „Löwen" und der Rems. Ein ganz besonderes Ereignis für den Verein und die Öffentlichkeit war das Gründungsfest im Mai 1913, das ebenfalls in diesem Bereich stattgefunden hat.

Zum Nachbarverein Aldingen, der bei der Vereinsgründung Pate stand, pflegte der Verein gute Beziehungen. Am 26. Juni 1914 beteiligte sich der Verein mit einer Musterriege am Verbandsturnfest in Kornwestheim und konnte dank der Unterstützung von Mitgliedern des TV Aldingen bereits beachtliche Erfolge erzielen.

28 aktive Mitglieder zählend, schloss sich der Verein dem „Schwäbischen Turn- und Spielverband" an.

Der Ausbruch des 1. Weltkriegs im August des Jahres 1914 unterbrach die Aufbauarbeiten des Vereins. Der gesamte Turn- und Spielbetrieb musste eingestellt werden. Zehn hoffnungsvolle junge Sportler und der Vorsitzende Gottlieb Mayer kehrten nicht mehr in ihre Heimat zurück.

Neubeginn nach dem 1. Weltkrieg

Das Ende des 1. Weltkrieges mit den folgenden politischen und wirtschaftlichen Wirren, konnte den Willen der Vereinsmitglieder nicht brechen, das Vereinsleben wieder schrittweise aufzubauen und die Vereinsziele mit Leben zu erfüllen. Bereits zu Beginn des Jahres 1919 stellten sich die Mitglieder für den Neubeginn zur Verfügung. Für die Aufnahme und Ausweitung des Sportbetriebs wurden weitere Übungsgeräte angeschafft.

Neben dem Turnen fand in der Folgezeit der Leichtathletiksport immer mehr Interesse bei den Vereinsmitgliedern. Dies führte zu einer Ausweitung des Übungs- und Sportbetriebs. Als Beweis für die sportliche Betätigung ist ein örtliches Turn- und Sportfest in den „Neckarwiesen" (heute Firmen Krieger) im Jahr 1928 zu erwähnen. Eine hohe aktive Teilnehmerzahl, mit einer beachtlichen Zöglingsgruppe (Jugendliche) nahm an dieser Sportveranstaltung teil. Auch ein Fußball durfte schon damals nicht fehlen. Trotz der sich steigernden Inflationsrate mit einem nahezu vollkommenen wirtschaftlichen Zusammenbruch wurden die Vereinsziele weiter verfolgt. Dank großer finanzieller und materieller Opfer der Vereinsmitglieder konnten auftretende Schwierigkeiten ausgeräumt und der Sportbetrieb weitergeführt werden.

Fahnenweihe am 2. September 1923

Der 2. September 1923 wurde zu einem besonderen Meilenstein im Leben des 10jährigen Vereins. An diesem Tag wurde das Fest der Fahnenweihe unter großer Beteiligung der Bevölkerung und der Brudervereine gefeiert. Für die Fahne musste die damals astronomische Summe von „28.000.000 Mark" aufgebracht werden. Sie trägt die Aufschrift:

„Frisch – Frei – Stark – Treu

Allen Gewalten zum Trutz sich erhalten"

"Freie Turn- und Sportvereinigung Neckarrems"

Für diesen besonderen Festtag stellte die Gemeinde 100 Stück Maien aus dem Gemeindewald zur Verfügung, jedoch unter der Bedingung, dass diese nicht verkauft werden dürften.

 100Jahre Jubilaeumswand

Zur Einstimmung auf das Festjahr möchten wir an dieser Stelle die einzelnen Zeitabschnitte seit Gründung im Jahr 1913 aufzeigen. Begleiten Sie uns auf der Zeitreise von 1913 bis 2013.

Die Chronikzusammenstellung erfolgte unter Grundlage früherer Aufzeichnungen von Hermann Ehmann und Klaus Pfisterer.

 

Für den Vorstand

Thomas Eberle

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